Spuren menschlichen Lebens auf Pflaumheimer Gemarkung lassen sich aufgrund von archäologischen Auswertungen der dortigen Bodenfunde bis in die jungsteinzeitliche Kultur der Bandkeramiker vor rund 5000 Jahren zurückverfolgen. Schriftliche Quellen setzen naturgemäß wesentlich später ein. Bevor aber der Name Pflaumheim erstmals in einem Schriftstück aufgezeichnet wurde, war er über Generationen hinweg mündlich überliefert worden.

Pflaumheim behielt vom Zeitpunkt der Ersterwähnung an von sprachgeschichtlich bedingten Veränderungen der Schreibweise abgesehen seinen Namen bis zur Gegenwart. Es handelt sich bei Pflaumheim um einen, im 7. und 8. Jahrhundert entstandenen Typenortsnamen In diesen zeitlichen Rahmen gehören auch die in Pflaumheim gemachten fränkischen Bodenfunde.

Der erste Teil des Namens Pflaumheim, in den mittelalterlichen Quellen Phlum , Plum, Flum, Plum usw. geschrieben bedeutet Grasplatz, Weide, Wiese. Der zweite Teil "heim" ist mit Heim, Wohnsitz oder Siedlung gleichzustellen. Womit der Ortsname als Siedlung in einer Weidelandschaft zu verstehen ist. Aufgrund des Typenortsnamen, der frühmittelalterlichen Bodenfunde und der schriftlichen überlieferung kann man davon ausgehen, dass Pflaumheim seit der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts ununterbrochen fränkisch besiedelt war.

Im Codex Eberhardi den der Mönch Eberhard des Klosters Fulda kurz nach 1150 begann und Anfang der 1160er Jahre abschloss ist die zeitlich am frühesten anzusetzenden Erwähnungen Pflaumheims zu finden. Es handelt sich dabei um eine Sammlung der ältesten Besitzurkunden dieses Klosters. Die auf die älteste Pflaumheim betreffende überlieferung zurückgehende Eintragung im Codex Eberhardi, läßt sich an ' den Zeitraum der Jahre 780 bis höchstwahrscheinlich spätestens 799 eingrenzen und lautet:

"Lubicho et uxor eins Rupurch tradiderunt sancto Bonifacio in villa Ostheim bona sua et Phlumheim II mansos et X mancipia."

Lubicho und seine Frau Rupurch haben dem heiligen Bonifatius dem Kloster Fulda ihre Güter in Großostheim sowie in Pflaumheim zwei Hufen und zehn Unfreie übertragen.

Neben dem Ort Pflaumheim erscheint in den mittelalterlichen Quellen auch der Pflaumgau, der durch den Codex Eberhardi für den Zeitraum 780 bis 802 im Zusammenhang mit der Erwähnung von dortigem Besitz des Klosters Fulda erstmals in dieser Sammlung zu belegen ist:

"Dito comes tradidit sancto Bonifacio bona sua in pago Phlumgowe, in villa Rôdem XXXII mancipica."

Graf Dito hat dem Kloster Fulda seine Güter im Pflaumgau übertragen, 32 Unfreie in Radheim.

Eine andere Erwähnung des Pflaumgaues für das 8. Jahrhundert, die genau datiert ist steht im Codex Laureshamensis, der Chronik und Kopiar des 764 gegründeten Klosters Lorsch, der Hauptteil des Kopialbuches wurde 1183 - 1195 angelegt, also einige Jahrzehnte später als der Codex Eberhardi des Klosters Fulda. In der im Codex Laureshamensis gekürzten Abschrift einer Urkunde vom 9. Oktober 794 heißt es, daß ein Engelbert ("Engilbertus") dem Kloster Lorsch "in pago Phlumgouue in uilla Bibincheim" (im Pflaumgau im Dorf Biebigheim) eine Hufe schenkte. Es handelt sich bei dieser Kopialbucheintragung um die älteste genau datierte Erwähnung des Pflaumgaues und des im 15. Jahrhundert wüst gewordenen, südlich von Pflaumheim und nordöstlich von Wenigumstadt gelegenen Dorfes Biebigheim.

Aufgrund der Forschung der letzten Jahrzehnte, die verschiedene Typen von Gauen herausarbeitete, kann davon ausgegangen werden, dass es sich beim Pflaumgau nicht um eine Verwaltungseinheit im modernen Sinne handelte, sondern lediglich um einen geographischen Begriff. Das Begriffstrio Pflaumgau Pflaumbach Pflaumheim lässt es als sinnvoll erscheinen, den Kern dieses Gaues im Pflaumbachtal mit Pflaumheim anzunehmen. Somit kann Pflaumheim als Hauptort des mittelalterlichen Pflaumgaues betrachtet werden, und die älteste genau datierbare Erwähnung eben jenes Gaues 9. Oktober 794 auch für Pflaumheim in Anspruch genommen werden.

Nicht nur die Klöster Fulda und Lorsch hatten Besitz in Pflaumheim bzw. seiner unmittelbaren Nachbarschaft, sondern auch das vermutlich 734, jedenfalls aber spätestens 741 gegründete Kloster Amorbach. Die Amorbacher Traditionsnotizen (Notitiae variorum traditionum), ein im 13. Jahrhundert geschriebenes kurzes Verzeichnis von Schenkungen an sowie von Käufen durch das Kloster Amorbach, auf eine Vorlage der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts zurückgehend, beginnen mit folgenden Eintragungen:

"In pago Bachgowe Gerhardus comes in Bibinkem dedit predium suum cum XII hubis sancte Marie et multis mancipiis ad Amorbach. Godebolt et Adelham in Phlumhem. Drusin in Rengenheim. Bubo et Eberhart in Rodin. Irmingart nobilis in Slirbach. Hii dederunt nobis sua, deus retribuat eis eterna."

Im Bachgau hat Graf Gerhard in Biebigheim sein Gut zusammen mit zwölf Hufen dem Kloster Amorbach gegeben. Godebolt und Adelhalm in Pflaumheim, Druosin in Ringenheim, Buobo und Eberhart in Radheim, die Edle Irmingart in Schlierbach. Diese haben uns ihre Güter gegeben, Gott möge sie ihnen als ewige zurückgeben.

Zwischen der eben erwähnten Schenkung in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts und dem beurkundeten Zukauf von zwei Malter Roggen durch das Kloster Schmerlenbach von der Mühle in Pflaumheim vom 7. März 1327 gibt es noch zahlreiche dokumentierte, Schenkungen und Verkäufe, aus der Geschichte von Pflaumheim zur damaligen Zeit. Zusammenfassend lässt sich über die Geschichte Pflaumheims bis ins 14. Jahrhundert folgendes sagen: Das seit der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts ununterbrochen besiedelte Pflaumheim ist wenngleich nicht durch zeitgenössische Originalurkunden durch Schriftquellen einmal für den Zeitraum 780 - 799 und einmal für den größeren Abschnitt 750 - 802 erstmals belegt.

Da das Dorf als Hauptort des frühmittelalterlichen Pflaumgaues angesehen werden kann, ist es erlaubt, dessen frühesten genauen Beleg neben einem ungefähren für den Zeitraum 780 - 802 , den 9. Oktober 794, auch für Pflaumheim selbst in Anspruch zu nehmen. Das im damaligen Frankenreich aufgrund der Besitzverhältnisse zunächst stark zum Kloster Fulda ausgerichtete Pflaumheim gelangte innerhalb des späteren römisch deutschen Reiches, nach allmählichem Zurückdrängen Fuldas durch andere sich bildende Herrschaftskräfte, schließlich 1278 an das Erzstift Mainz. Das ist auch der Grund dafür, daß Pflaumheim mit einer Abgabepflicht von vier Malter Hafer in dem nach 1278 und vor 1284 aufgestellten Koppelfutterverzeichnis erscheint. Besitz des Klosters Amorbach in Pflaumheim war bereits 1267 von dem damals schon fast 300 Jahre zu Mainz gehörenden Stift St. Peter und Alexander in Aschaffenburg gekauft worden. Neben diesem Stift war das Kloster Schmerlenbach der wichtigste Grundherr in Pflaumheim. Aufgrund der überlieferung dieses Klosters sind nicht nur einzelne Bewohner Pflaumheims namentlich bekannt, sondern es war im Fall der Familie Arbeiter sogar möglich, ein genealogisches Gerüst dreier Generationen zu erstellen. Mitglieder der Familie Arbeiter waren um 1300 die wichtigsten Bauern Pflaumheims; auch die erstmals 1256 erwähnte Mühle wurde jahrzehntelang mindestens von 1298 bis 1322 von Friedrich Arbeiter betrieben. Mit einer eigenen Mühle besaß das Dorf Pflaumheim schon in der Mitte des 13. Jahrhunderts eine für ein bäuerliches Gemeinwesen äußerst wichtige technische Einrichtung.